Berufsschule

Für den Berufsschulunterricht wurde ein Rahmenlehrplan durch die Kultusministerkonferenz erlassen. Dieser Lehrplan ist Grundlage für die Umsetzung in den einzelnen Bundesländern.

Der Unterricht erfolgt in so genannten Lernfeldern, die mit entsprechenden Zeitvorgaben versehen sind:
   
Zeitrichtwerte (in Unterrichtsstunden)
Nr.
Lernfelder
1. Jahr
2. Jahr
3. Jahr
1
In Ausbildung und Beruf orientieren
40
   
2
Marktorientierte Geschäftsprozesse eines Industriebetriebes erfassen
60
   
3
Wertströme erfassen und dokumentieren
60
   
4
Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen
80
   
5
Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
80
   
6
Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
 
80
 
7
Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen
 
80
 
8
Jahresabschluss analysieren und bewerten
 
80
 
9
Das Unternehmen im gesamt- und weltwirtschaftlichen Zusammenhang einordnen
 
40
 
10
Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren
   
160
11
Investitions- und Finanzierungsprozesse planen
   
40
12
Unternehmensstrategien, -projekte umsetzen
   
80
SUMME
 
320
280
280
Je nach Bundesland und Schule können besondere Schwerpunkte oder Ergänzungen bestehen.
Der Unterricht wird meist in Doppel-Unterrichtsstunden erteilt, die 90 MInuten lang sind. Methodisch orientiert sich der Unterricht an der so genannten Handlungsorientierung. Damit soll eine schüleraktive und ganzheitliche Unterrichtsform umgesetzt werden.
Die Lehrer sind Landesbeamte oder Angestellte. Sie verfügen über einen Hochschulabschluss und in der Regel das zweite Staatsexamen. Viele Lehrer haben Wirtschaftspädagogik studiert und tragen den akademischen Titel „Diplom-Handelslehrer“. Nach einem Vorbereitungsdienst, dem Referendariat, wird das Staatsexamen abgelegt. Nach der Einstellung in den Schuldienst kann dann die Verbeamtung vorgenommen werden. Deutlich wird dieses durch die Bezeichnung „Studienrat“ (StR).
Leistungskontrollen finden in unterschiedlichen Formen statt: Klassenarbeiten, Referate, Präsentationen und die mündlichen Leistungen. Sie werden zu einer Gesamtnote zusammengefasst. Für jedes Schul-Halbjahr erhält der Berufsschüler ein Zeugnis.
Am Ende des letzten Schulblocks bekommen die meisten Auszubildenden ein Abschlusszeugnis. Reichen die Leistungen in der Berufsschule nicht aus, so wird nur ein Abgangszeugnis erstellt.